Keine Antwort ist auch eine Antwort

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Am sichersten würden wir die kosmische Wirklichkeit erkennen, wenn sie uns Gott geoffenbart hätte. Hat er das? Das fragte ich mich schon vor mehr als sechzig Jahren als Theologe. Darum interessierte ich mich für die sogenannten „Signa revelationis“.  [1] Darunter verstand man die Wunder, die Gott anlässlich seiner Offenbarung wirkt, und die erfüllten Weissagungen der Gesandten Gottes. Aus diesen „Kennzeichen“ ersieht man, ob Gott in Wirklichkeit zu uns gesprochen hat. So war die damalige Lehre. Mein Interesse endete in einer der vielen Enttäuschungen, die ich als Theologe erlebte.

In den Jahren 1962 bis 1965 fand das Zweite Vatikanische Konzil [2]  statt. In einer seiner Kommissionen arbeiteten hochkarätige Theologen an einer zeitgemäßen Lehre über die göttliche Offenbarung. Es gab viele bewegte Sitzungen und Diskussionen. Trotzdem einigten sich die Konzilsväter nicht auf objektive nachvollziehbare Kriterien für den Nachweis der christlichen Offenbarung. Das Thema der rationalen Erkennbarkeit der Offenbarung blieb unerledigt,.[3]

Dabei wurde die bisherige Lehre über die „Sigma revelationis“ zwar nicht verworfen, aber nicht mehr – zumindest nicht mehr ausdrücklich[4]  – erwähnt. Auf die naheliegende Frage der rationalen Erkennbarkeit der Offenbarung, ging das Konzil nicht ein. [5] Das befriedigt nicht.

Wenn hochkarätige Theologen als offizielle Organe eines Konzils nahezu drei Jahre lang in bewegten Sitzungen und Diskussionen eine moderne katholische Offenbarungslehre erarbeiten und dabei das Thema der rationalen Erkennbarkeit der stattgefundenen Offenbarung unbehandelt lassen, liegt es wohl nur dran, dass ihre Tatsächlichkeit zwar  behauptet, aber nicht nachgewiesen werden kann.

[1] (Kenn)Zeichen der göttlichen Offenbarung. [2] II. Vatikanische Konzil, 1962-1965. 16 Texte mit unterschiedlichen Entstehungsdaten. Details vgl. Rahner –    Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium, Herder Freiburg im Breisgau, 22. Auflage, 1990 (im Folgenden kurz Konzilskompendium genannt), S 11ff. [3]  Details vgl.  Konzilskompendium, S 361ff [4]  Ebenda [5] „Ein Eingehen auf hier naheliegende fundamentaltheologische Thematiken – Wie vernimmt der Offenbarungsträger der göttlichen Offenbarung als die des sich selbstbezeugenden Gottes? Warum ist diese Selbstbezeugung in genau derselben Weise der Zeit nach Jesus Christus versagt? Wie kann der Mensch heute zu einer abgeschlossenen, vielfach vermittelten Offenbarung einen Glaubenszugang finden? – ist in dieser Konstitution nicht beabsichtigt gewesen.“ Konzilskompendium, S 361f

Eine Antwort zu Keine Antwort ist auch eine Antwort

  1. Für mich klingt Offenbarung wie Affenpaarung.
    Ich habe überigens die Offenabrung des Johannes astronomisch untersucht und bin zu einigen intereessanten Aussagen gestossen:
    https://www.academia.edu/36764640

    LG an einen katholischen (allumfassenden) Atheisten
    Sepp

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