Lesebrief der Giordano Bruno Stiftung zum Standard-Artikel

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Sehr geehrte Frau Ostermann, sehr geehrte Redaktion!

In Ihrem Artikel im Standard vom 5.9.2017

http://derstandard.at/2000063395350/Ausklammern-von-Religion-aus-Kindergarten-ist-fatal

beziehen Sie für Ihr Medium ungewöhnliche und wenig aufgeklärte Position, die von unserer Organisation nicht unwidersprochen bleiben darf.

Ohne auf die Diskussion über die Unabhängigkeit der Ethik von den Religionen eingehen zu wollen müssen wir uns mit den Zielen der Elementarpädagogik auseinandersetzen. Kindergarten-Kinder sind sicher nicht in der Lage rational und vergleichend über verschiedene Weltanschauungen zu urteilen, also gleicht die religiöse Erklärung einer Tradition der Indoktrination. Auch Sie selbst bestätigen in Ihrem Artikel diese Ansicht, den Sie schreiben (richtig) über Kinder: “…und alles, was sie für sich erleben und begreifen, sei sofort die Wahrheit.” Nur ist die religiöse Sicht eben nicht die Wahrheit, sondern nur eine einseitige, irrationale und schließlich auch grausame Sicht auf die Welt.

Dies nützt auch die erwähnte St.-Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien, welche unter Anderen bereits eine Missionierungsanleitung für Kindergartenpädagogen unter dem Namen “Religionspädagogischer BidungsRahmenPlan” als Ergänzung zum staatlichen elementar-pädagogischen BildungsRahmenPlan für den Einsatz in den konfessionellen Kindergärten herausgebracht hat. Darüber hinaus bemüht sich die St.-Nikolaus-Stiftung dieses Dokument auch in den öffentlichen Bildungseinrichtungen zum Einsatz zu bringen, was bereits (zumindest in Burgenland) leider gelang. Sie hingegen stellen die St.-Nikolaus-Stiftung wie eine neutrale Organisation dar und verschweigen deren Zugehörigkeit zur Erzdiözese Wien.

Es steht den Eltern frei ihre Kinder im Sinne der eigenen Weltanschauung zu erziehen und sie auch in konfessionelle Bildungseinrichtungen zu schicken, der Staat ist jedoch verpflichtet Äquidistanz zu wahren. Es ist jedoch völlig unmöglich sich dabei auf die Hilfe einer Organisation wie St.-Nikolaus_Stiftung zu verlassen, welche selbstverständlich großes Interesse an religiöser Prägung der Kinder hat und ihrer Missionierungs-Pflicht nachkommen muss.

Ja, “Das Ausklammern von Religion aus dem Kindergarten” wäre fatal, jedoch nur für den Fortbestand der Privilegien der Kirchen. Bitte unterstützen Sie künftig nicht die Bemühungen rückwärts gewandter Organisationen das Denken unserer Kinder zu beeinflussen.

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