Viele unserer Lebensbereiche sind von moralischen Forderungen durchsetzt. Gleichzeitig werden solche Forderungen häufig missachtet. Haben wir uns mit der Moral vielleicht zu viel vorgenommen? Von Franz M. Wuketits
Es hat den Anschein, dass heute überall Unmoral herrscht. Wer einen Sittenverfall diagnostizieren will, wird in Politik und Wirtschaft, im Sport, im beruflichen und privaten Alltag und in neuerer Zeit sogar in der katholischen Kirche (einer Hüterin der Moral) mühelos die entsprechenden Symptome aufspüren können. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass in praktisch allen Zeitaltern ein Werteverlust beklagt wurde. Mahnende, auf mangelnde Moral hinweisende Zeigefinger begleiten unsere Geschichte seit der Antike. Aber es ist wohl nur natürlich, dass man auf das eigene Zeitalter einen besonders kritischen Blick wirft.
Sind Koran und moderner Rechtsstaat, orientalische Tradition und westliche Werte vereinbar? Mit seinem neuen Buch „Deutschland schafft sich ab“ und seinen provokanten Thesen zur Einwanderungspolitik polarisiert Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin derzeit ganz Deutschland. Bei uns sorgen türkisch beschriftete Milchverpackungen für Schlagzeilen und die Forderung des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh nach Moscheen mit Kuppel und Minarett in jeder Landeshauptstadt führen zu einem Entrüstungssturm einerseits und Solidarität andererseits. Wie sichtbar wollen, sollen und dürfen Muslime ihren Glauben und ihre Kultur bei uns leben? Sind Koran und moderner Rechtsstaat, orientalische Tradition und westliche Werte vereinbar? Und wie sehr trifft Thilo Sarrazin mit Thesen wie der Verdummung der deutschen Gesamtbevölkerung durch den Kinderreichtum schlecht gebildeter muslimischer Zuwanderer einen Nerv unserer Gesellschaft? Dazu diskutieren bei Michael Köhlmeier u.a.:
Mit der Forderung, in jeder Landeshauptstadt eine Moschee zu bauen, hat der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft provoziert. Auch Efgani Dönmez, den grünen Parteirebellen mit türkischen Wurzeln.diepresse.com
Was bringt die aktuelle Moscheendebatte?
Efgani Dönmez: Die FPÖ kann sich beim Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ, Anm.), Anas Schakfeh, für diese Wahlkampfunterstützung bedanken, er hat Heinz-Christian Strache damit einen guten Dienst erwiesen. Er hat ihm vor den sehr wichtigen Wahlen in Wien und der Steiermark sozusagen einen Elfmeter aufgelegt. [Mehr]
WIEN. (hpd) Aufregung zum Abgang, unbeabsichtigte Wahlhilfe für die Rechtsparteien oder der kalkulierte Versuch, sich zum Opfer zu stilisieren. Die Forderung von Anas Shakfeh, Moscheen in jeder der neun Landeshauptstädte zu bauen, sorgt in Österreich für Aufregung. Zumal zwei Landtagswahlen vor der Tür stehen. Eine Analyse von Christoph Baumgarten.
Anas Shakfeh, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ ), muss gewusst haben, welche Reaktionen er auslösen würde. In einem Interview mit der Austria Presse Agentur forderte er, dass jede der neun Landeshauptstädte eine Moschee mit Minarett haben solle. „Das ist die Hoffnung für die Zukunft“. Begründet wurde das unter anderem damit, dass es nur 200 muslimische Gebetsräume in Österreich geben soll. „Die Anzahl der muslimischen Bevölkerung ist bei einer halben Million angelangt, was wir an Bethäusern haben, reicht nicht aus.“ Und machte sofort klar, dass es bei den Minaretten darum geht, dass die bisher meist unsichtbare Minderheit ihre Anwesenheit sichtbar dokumentieren will. Theologische Begründung gebe es für die Türme ebensowenig wie für Kirchtürme, sagte der Präsident der IGGiÖ. Er erinnert daran, dass in Österreich bis vor knapp 150 Jahren auch protestantische Kirchen keine Türme haben durften. „Deshalb bin ich für die Zukunft optimistisch, dass es irgendwann zu einer Normalität kommt“. [Mehr]
„Wir wollen das Recht, frei von Religion zu leben, beschützen”, sagt Michael Franz, Präsident der neuen Initiative „Religion ist Privatsache“. Mit der Einrichtung einer Meldestelle für Menschen, die sich aufgrund ihrer Konfessionslosigkeit bevormundet oder diskriminiert fühlen, unterstützt er 1,9 Millionen Menschen. So viele gehören in Österreich keiner Religionsgemeinschaft an – das sind 23 Prozent der Bevölkerung. [Mehr]
Die Anfragen bei den Verkehrsbetrieben laufen. Nach den letzten Feedbacks hat sich ein Sujet als das primär zu Verwendende für die Kampagne herauskristallisiert:
Mittlerweile laufen auch die Anfragen bei den Vermarktern der Verkehrsbetriebe der Städte Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg.
Um hier allen Beteiligten unnötige Zeit und Arbeit zu ersparen und eine eventuelle Absage oder Zusage gleich im ersten Schritt zu erhalten, haben wir diesen Entwurf gleich mitgeschickt.
Wir sind gespannt auf die Antworten und hoffen, dass es dieses Jahr mit der Buskampagne auf Bussen klappt.
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