Wenn Populisten zusammentreffen

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Kärnten hofft auf Papst-Besuch

Kärnten hofft auf Papst-Besuch

Vor kurzer Zeit ging die Meldung durch die Medien, dass der Kärntner Landeshauptmann, Gerhard Dörfler, den Papst ins südlichste Bundesland einladen will. Dabei wurde auch mit Verallgemeinerungen und billigen Phrasen nicht gespart, wie man zum Beispiel hier sehen kann.

Ich frage mich ernsthaft, von welchem Kärnten nun die Rede ist. Mir ist nicht bekant, ob die Kärntner Bevölkerung hierzu befragt worden ist, doch ich bezweifle es stark. Solange Dörfler seinen Nachnamen nicht ändert und fortan Gerhard Kärnten heisst, kann diese Meldung schonmal nicht stimmen.

Genaueres über die wundersame Welt Dörflers lässt sich in einer Presseaussendung finden, welche nach seinem Zusammentreffen mit Ratzinger am vorigen Samstag in Italien verfasst wurde:

“Der Landeshauptmann lud den Papst herzlich zu einem Besuch seiner Heimat, dem Gurktal, ein. Diese Einladung werde er auch noch schriftlich wiederholen. [...] Er verwies auf die enge Verbindung des Landes Kärnten mit der katholischen Kirche. Schon Landeshauptmann Jörg Haider habe gute Kontakte mit dem Vatikan gehabt [...]“

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Kirchenfinanzen in Österreich. O-Ton mit Christoph Baumgarten

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Christoph Baumgarten hat Zahlen und Fakten zur aktuellen Kirchenfinanzierung aus allgemeinen Steuergeldern zusammengetragen. Anlässlich der parlamentarischen Anfragen der grünen NA Daniela Musiol wurden erste offizielle Zahlen der Staatsleistungen an die Kirche von einigen Ministerien bekannt. [Mehr]

Replik auf Stefan Winklers “Die Laizismus-Falle” vom 1.4.2012

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Am 1. April 2012 erschien in der Printausgabe der Kleinen Zeitung ein Artikel von Stefan Winkler mit der Überschrift “Die Laizismus-Falle. Weshalb die Religion nicht aus dem öffentlichen Raum verbannt werden darf“. Der Artikel zeugt von defizitärem Wissen über die Verfassung und bezeichnet Personen, welche auf Mißstände im Verhältnis von staatlichen Institutionen zu Religionsgemeinschaften aufmerksam machen, als Eiferer. Dieser Artikel, welcher in der Rubrik “Offen gesagt” veröffentlicht wurde, war mir eine kurze Stellungnahme wert, die ich an dieser Stelle publik machen möchte:

Sehr geehrter Herr Winkler,

in der Printausgabe der Kleinen Zeitung vom 1.4.2012 haben Sie einen interessanten Artikel geschrieben, in dem es um die Empörung allzu eifriger Laizisten geht, welche die Religion aus dem öffentlichen Raum verbannen wollen. Ich möchte hierzu folgende Anmerkungen machen:

1. Die Präsenz von Religion im Alltag ist insofern natürlich nicht indoktrinierend, als dass sie von Glaubensvertretern und deren Anhängern finanziert und vertreten wird, und nicht vom Staat, der sich weltanschaulich neutral zu verhalten hat. Dies ist in Österreich aber nicht der Fall, die österliche Schweigeminute ist hierbei nur ein Beispiel unter vielen. Kreuze und Kruzifixe in Schulen, sowie die nicht mehr zeitgemäße staatliche Unterstützung der katholischen Kirche seitens des österreichischen Staates wären als weitere Aspekte zu nennen, wobei letzteres auf Gesetzen und Regelungen beruht, welche alles andere als demokratisch legitimiert worden sind. Im Bezug des ORF kommt natürlich noch die pro-christliche Sprachregelung im Falle des Attentäters Breivik hinzu, welche so von religionskritischen (kritisch, nicht feindlich) oder andersgläubigen Menschen nicht hingenommen werden kann. Und zwar deswegen, weil [Mehr]

Placeboeffekt des Glaubens

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Die Regionalgruppe Österreich der Giordano Bruno Stiftung (gbs) lud am 14. März 2012 mit dem Thema “Warum wir glauben – MÜSSEN – wir glauben!?“ zu einem Philosophischen Diskussionsabend nach Graz. Unter den Gästen konnte u.a. auch Prof. Dr. Gerhard Streminger, wissenschaftlicher Beirat der gbs, sehr herzlich begrüßt werden.

Dr. Gerfried Pongratz referierte über die evolutionären Grundlagen religiöser und esoterischer Gläubigkeit, über Determinismus, Kausalität und Zufallsannahmen im Hinblick auf Glaubensvorstellungen und beleuchtete eingehend deren Wirkung: Religiöse Überzeugungen (und esoterische Ansichten) nähren sich aus den gleichen evolutionären Wurzeln. Sie sind, wie jedes andere menschliche oder nichtmenschliche Phänomen, den Naturgesetzen unterworfen und damit wissenschaftlich erforschbar. Ihre (wahrscheinlich) genetische Verankerung bietet einen Selektionsvorteil, der in einen “Placeboeffekt des Glaubens” mündet.

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Unsicherheit, Redlichkeit und der Osterhase

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Markus Arch

Markus Arch

Diesmal soll es wieder um das Thema Atheismus/ Agnostizismus/ Religion gehen. Diese Thematik wurde von mir zwar schon oft behandelt, aber es bedarf wohl nach wie vor einer gewissen Klarstellung. Insbesondere der Agnostizismus, also die generelle Ablehnung und das “Offenlassen” der Frage nach Gott und/oder anderen metaphysischen Ideen, ist hierbei meines Erachtens keine praktische, weltanschauliche Option. Von Markus Arch

Worum geht es?

Das Orakel der modernen Gesellschaft (Wikipedia) beschreibt den Agnostizismus folgendermaßen:

Der Agnostizismus ist eine Weltanschauung, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont. Die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien wird nicht bestritten. Agnostizismus ist sowohl mit Theismus als auch mit Atheismus vereinbar, da der Glaube an Gott möglich ist, selbst wenn man die Möglichkeit der rationalen Erkenntnis Gottes verneint.

Der Duden sieht dies ähnlich. In der Theorie hören sich die agnostischen Grundlagen zunächst interessant und irgendwie auch einleuchtend an:

  • Ob es außerhalb der empirisch und sinnlich erfahrbaren Welt (Diesseits) noch etwas Weiteres gibt (Jenseits), ist eine Frage die niemand mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten kann
  • Da wir Menschen es gar nicht ganz genau wissen können, ist es müßig, einen exakten Standpunkt (Ja oder Nein) einzunehmen
  • Daher wird sich entweder nicht weiter mit der Frage beschäftigt, oder es wird ganz bewusst keine der beiden Alternativen eingenommen

Was mich dabei stört ist, dass diese Argumentationslinie eine gewisse Redlichkeit vermissen lässt. [Mehr]

Demokratie ohne Volk? Das ACTA-Abkommen und dessen Implikationen

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Das Anti Counterfeiting Trade Agreement (kurz: ACTA) ist aktuell in den Medien ein viel behandeltes Thema. Es wurde am 26. Januar von der EU- Kommission und 22 Mitgliedsstaaten, darunter Österreich,  unterzeichnet, und soll dabei helfen, Produkt- und Markenpiraterie zu stoppen. Von Markus Arch

Weltweit hat sich immenser Widerstand dagegen gebildet, was vor allem an den ungenauen Ausformulierungen dieses Dokuments liegen dürfte. Der EU- Handelskommissar Karel de Gucht erklärte nun am vergangenen Dienstag, dass der europäische Gerichtshof klären soll, ob das Abkommen geltendes europäisches Recht verletzt.

Zustandekommen des Abkommens

Die ersten Verhandlungen zu ACTA begannen bereits im Jahr 2007, die Öffentlichkeit wurde dabei völlig ausgeschlossen. Im Mai 2011 wurde die engültige Fassung des Abkommens vorgelegt; momentan kann es nur angenommen oder abgelehnt werden. Für Veränderungen müsste zuerst ein neuer Vertrag ausgearbeitet werden.

Die Republik Österreich, welche das Abkommen wie bereits erwähnt Ende Jänner unterzeichnete, hat angekündigt, bei derssen Ratifizierung nun bis zum Beschluss des EU- Parlaments zu warten. Durch die Überprüfung des EuGH könnte sich dieser ursprünglich für den 12. Juni angesetzte Tag nun um zwei Jahre verschieben. [Mehr]

Die Boten der Nemesis. Katastrophen und die Lust auf Weltuntergänge

Thema: GBS (at), Wissenschaft | Tags:

In kosmischer Perspektive ist die Erde, ja selbst unsere Milchstraße irrelevant. Der Verlust eines Reclam-Bändchens wäre für die Deutsche Nationalbibliothek eine weitaus größere Katastrophe als das Verschwinden unserer Galaxis für den Kosmos. Allerdings hilft uns diese Perspektive nicht weiter. Wir leben nun einmal hier auf der Erde, mag diese im Universum auch noch so unbedeutend sein. Und die meisten von uns leben, trotz mancher Unannehmlichkeiten (die sich nie gänzlich vermeiden lassen) gern.

Aber dennoch kann man voraussagen, dass die Ursachen, die Art und Weise und der Zeitpunkt ihres Untergangs uns solange beschäftigen werden, solange sie und wir mit ihr stehen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Welt dieses Jahr nicht mehr untergehen, aber mit ziemlicher Sicherheit wird bald ein »Prophet« ein neues Datum für die Apokalypse ausdenken. Diesbezüglich ist die Geduld der Menschen ja schier grenzenlos …

Franz M. Wuketits zeigt, wie realistisch die »Boten der Nemesis« sind und erklärt mit einem Augenzwinkern die Lust der Menschen an Weltuntergangsbotschaften. Er ist österreichisches Beiratsmitglied der Giordano Bruno Stiftung.

Das Buch erscheint am 5. März 2012.

Antireligiöse sind neidisch? – Kommentar zu Raphael M. Bonelli

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Markus Arch

Markus Arch

Raphael M. Bonelli, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, sowie Leiter der neuropsychiatrischen Forschungsgruppe der privaten Sigmund Freud Universität, hat dem schweizerischen Tagesanzeiger vor kurzem ein Interview gegeben.
In diesem behauptet der in Wien tätige Spezialist, der nebenbei dem Opus Dei angehört, das “aggressive” Atheisten narzisstisch veranlagt wären. Von Markus Arch.

Ich habe dieses Interview natürlich aufmerksam gelesen, und wusste im Anschluß daran erstmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Letzten Endes entschied ich mich aber dazu, die teilweise merkwürdigen Aussagen Bonellis zu kommentieren. Das gesamte Interview mit ihm lässt sich hier finden.

Zusammenfassung des Interviews:

Laut ihm ist der Grund für ‘diffuse Religionsfeindlichkeit’ eine ‘irrationale, unkontrollierte Affektivität’, welche viele Atheisten betrifft. Des Weiteren ist diese dafür verantwortlich, dass sich manche Personen schon über ein Jesus- Plakat aufregen.

Atheisten sind dem Psychiater zufolge durch drei Aspekte narzisstisch gekränkt: [Mehr]

Philosophischer Diskussionsabend: Warum wir glauben – müssen – wir glauben. Über den Placeboeffekt des Glaubens

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Philosophischer Diskussionsabend der Regionalgruppe Österreich im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung (gbs)

Mittwoch, 14. März 2012, 19:30 Uhr. Hotel Mercure, Lendplatz 36, 8020 Graz (Seminarraum, 1. Stock).

Das Impulsreferat von DI Dr. nat. techn. Gerfried Pongratz bietet Einstieg in einen spannenden Diskussionsabend.

Religiöse Überzeugungen und esoterische Ansichten nähren sich aus den gleichen evolutionären Wurzeln. Sie sind, wie jedes andere menschliche oder nichtmenschliche Phänomen, den Naturgesetzen unterworfen und damit wissenschaftlich erforschbar. Ihre genetische Verankerung bietet einen Selektionsvorteil, der in einen “Placeboeffekt des Glaubens” mündet.

Vortragsinhalte – Diskussionsvorschläge:
* Evolutionäre Grundlagen religiöser und esoterischer Gläubigkeit.
* Determinismus, Kausalität und Zufallsannahmen im Hinblick auf Glaube und Wissen.
* (Placebo)Wirkung religiöser und nichtreligiöser Glaubensvorstellungen.
* Aufklärung und „Wahrheitsfrage“ (Hypothetischer Realismus, Kohärenz- und Korrespondenztheorie).

Gemeinsam dumm.

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Markus Arch

Markus Arch

Mit dem Social Web ist auch der Begriff der “Schwarmintelligenz” populär geworden. Im Grunde sagt dieser aus, dass viele Personen mehr wissen als eine Person allein – und eine größere Gruppe daher ja eigentlich, falls sie zusammen arbeitet, intelligenter handeln müsste. Doch dem ist leider nicht immer so. Von Markus Arch.

Forscher haben herausgefunden, dass diese Form der Intelligenz nur dann richtig funktioniert, wenn ein Individuum nicht weiß, was die anderen denken. Denn: Sobald ihm dies mitgeteilt wird, kann der eigene Standpunkt zumindest ein bisschen abweichen – und tut es meist auch. Oftmals läuft es in Gruppen auf Konsensfindung hinaus – wie bei allen Tagungen, seien sie politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Natur, der Fall. Aber: Konsensfindung, also die Annäherung an andere Standpunkte, ist nicht unbedingt der beste Weg.

Zudem findet der Herdentrieb, ein eher negativ konotiertes Wort, auch in menschlichen Gesellschaften statt – ein einfaches Beispiel hierfür ist die Mode. Außerdem fühlen wir uns dadurch bestätigt, dass andere unsere Ansichten und Meinungen teilen.

Anhand der Finanzkrise beschreibt der Philosoph Michael Schmidt- Salomon das Phänomen der “kollektiven Dummheit” ganz gut: [Mehr]