Volksbegehren Kirchenprivilegien gescheitert

Thema: Kirchenprivilegien |

volksbegehren-facebookWIEN. (hpdDas Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien ist gescheitert. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte es 56.660 Unterschriften, wie das Innenministerium in der Nacht mitteilte. Um erfolgreich zu sein, hätte es 100.000 gebraucht. An dieser Hürde scheiterte auch das parallel laufende Volksbegehren „Demokratie jetzt“.

„Wir waren am Anfang eine Gruppe von vielleicht zehn Leuten und so gut wie keinem Budget. Am Ende haben wir 56.660 Menschen in diesem Land angesprochen. Das ist doch etwas. Und unsere Anliegen, nämlich dass Staat und Kirche getrennt gehören, werden jetzt breit diskutiert.“. Andreas Rathmanner vom Organisationsbüro bringt die Stimmung in seiner Ansprache bei der „Wahlparty“ des Volksbegehrens Montagnacht vermutlich am besten auf den Punkt. Viele Unterstützer haben sich mehr erhofft. Mehr erwartet hat fast niemand

„Ich habe damit gerechnet, dass es sich nur schwer ausgehen wird“, sagt Minitiator Niko Alm an diesem Abend in seinen zahlreichen Medieninterviews. „56.600 Menschen haben dieses direktdemokratische Element genutzt. Das ist eine ganze Menge.“ Das Volksbegehren trat für ein Verfassungsgesetz für eine klare Trennung von Staat und Kirche und für eine staatliche Aufklärung des kirchlichen Missbrauchsskandals ein.

Wirkliche Enttäuschung klingt anders

Wirkliche Enttäuschung klingt anders. Das könnte man als Zweckoptimismus oder Trotz abtun. Allein, auch bei fast allen Unterstützern bleibt auf der Wahlparty die große Traurigkeit aus. So viele Menschen habe man in Österreich noch nie gegen die Privilegien von Religionsgemeinschaften mobilisiert, heißt es von vielen. Und dass man die nötigen 100.000 Unterschriften klar verfehlt hat – das sei alles andere als eine Absage an die Ziele des Volksbegehrens. [Mehr]

Das katholische “Geheimpapier” zum Volksbegehren

Thema: Kirchenprivilegien | Tags:

katholischeargumente-500x274[alm]Ein Volksbegehren, das so viele gravierende rechtliche Fehler enthält, ist bis heute noch nicht vorgelegt worden.” wird in einem Papier behauptet, das von der katholischen Kirche in ihren Teil- und Vorfeldorganisationen zur Argumentation zirkuliert wird.

Politisch zu arbeiten bedeutet natürlich auch mit gegnerischen Standpunkten konfrontiert zu werden. Das Volksbegehren gegen Kirchen-Privilegien adressiert ein Demokratie-Defizit und sieht konsequenterweise den Staat als Gegenüber. Die Religionsgemeinschaften sehen wir nicht als Gegner, aber es ist verständlich, dass sie sich angegriffen fühlen und gegen das Volksbegehren mobil machen.

Im Zuge des öffentlichen Diskurses bin ich immer wieder im persönlichen Gespräch, aber auch bei Interviews mit erstaunlich gleichgeschalteten Argumenten konfrontiert. Auch Journalisten, die sich nur bei den Experten und Expertinnen der katholischen Kirche informieren, argumentieren sehr ähnlich wie die Kirche selbst.

Woher kommt das?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Walter Hagel, Christine Mann und Raoul Kneucker haben ein Papier verfasst, dass Menschen aus CV, MKV, Bauernbund, ÖVP, usw. aber natürlich auch Journalisten, denen nicht viel an ausgewogener Recherche liegt als Grundlage für Diskussionen dient. “Das Dokument ist jedoch nicht dafür gedacht, medial weiter verbreitet zu werden.” heißt es im Aussand.
Es ist sicher keine Überraschung. dass die katholischen Gegenargumente sehr oft einer sachlichen Prüfung nicht standhalten. Der Grundsatz “Glaube vor Evidenz” zieht sich durch die religiöse Rechtfertigung eben durch. Natürlich wird der Versuch unternommen unsere Glaubwürdigkeit zu untergraben in dem Mängel, Fehler und Behauptungen unterstellt werden.

Wir haben das Papier aufmerksam gelesen und kommentiert.

Download: Katholische “Argumente”

Gegen Kirchenprivilegien — Was bringt uns das Volksbegehren?

Thema: Kirchenprivilegien |


Ist Religionsfreiheit überhaupt möglich, solange bestimmte Glaubensgemeinschaften eine staatliche Anerkennung erfahren und andere nicht? Darüber und mehr spricht Sabina Grömmer mit Niko Alm und Christoph Baumgarten.

“Popstar” goes Vatikan.

Thema: Religion | Tags: ,

franziskus1Seit gestern wird ein neuer Papst die Geschicke der katholischen Weltkirche leiten. Es handelt sich um den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, zukünftig als Franziskus I. bekannt. Dieses “historische Ereignis” wird wohl noch einige Tage dafür sorgen, dass Journalisten ihre Seiten bequem füllen können. Von Markus Arch

Passend zu diesem Spektakel, dessen Berichterstattung an die Fußball-Europameisterschaft 2008 erinnert, erfolgt – welch Überraschung – ein medialer und politischer Kniefall vor dem Vatikan. Die Spitze der österreichischen Politik, namentlich Werner Faymann (Bundeskanzler), Michael Spindelegger (Außenminister) und Heinz Fischer (Bundespräsident), die in Österreich wohl unterbeschäftigt ist, wird am Samstag bei einer Messe des neuen Papstes zugegen sein.

Des Weiteren ist auffällig, dass über all die Skandale und Kritikpunkte an der kath. Kirche in den letzten Tagen sehr wenig berichtet wurde.Es scheint fast so, als ob ein neues Oberhaupt all die Mißbrauchsaffären, die Herabwürdigung von Frauen, die Kondomproblematik und all die anderen Dinge ungeschehen machen könnte.

Fakt ist: Die kath. Kirche, die sich unter Benedikt XVI. noch stärker rückwärts orientierte als in den Jahren vorher, muss sich endlich ihrer Verantwortung stellen. Und das Beharren auf alten Texten, die bewiesenermaßen im Laufe der Zeit ohnehin zigmal umgeschrieben wurden, ist bestimmt kein Schritt nach vorne. Trotz neuem Papst bleibt es dabei: Die katholischen Botschaften interessieren in Mitteleuropa kaum mehr jemanden, und die “Ethik” dieses Vereins verdient ihren Namen nicht. Das scheint den Medien aber wenig auszumachen. [Mehr]

Kuschelgebilde

Thema: GBS (at), Moral / Ethik | Tags: ,

kuschelgebildeHäufig wird man als unangenehmer, zweifelnder Zeitgenosse mit denselben Aussagen konfrontiert. Allesamt stimmen sie darin überein, dass niemand das Recht hat, die Lebens- und Denkweise von anderen in Frage zu stellen, oder sie mit widersprüchlichen Ansätzen zu konfrontieren. Zudem wird es in Zeiten der “Political Correctness” zunehmend schwerer, die Dinge beim Namen zu nennen. Von Markus Arch

Der Trend zur Korrektheit ist das Unkorrekteste, an dem im Moment festgehalten wird. Im Namen der Toleranz und des Versuchs, ja nirgends anzuecken (Beschneidungsdebatte…), werden die Menschen dadurch letztendlich mundtot gemacht. Ich spreche hier nicht von rechts- oder linksradikalen Wahnvorstellungen, die eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen könnten, sondern über den normalen Umgang miteinander, der in der Politik, aber zunehmend auch im Alltag, angewandt wird.

Zunächst aber sollen hier zwei Aussagen genauer angeschaut werden, die wohl jeder kennt – und die als Maulkorb, als Zeichen des guten Willens und des Respekts vor anderen Meinungen gelten, letztlich aber leere Worthülsen sind.

1. Lass ihn doch, wenn er glücklich ist

Gerade wenn es um religiöse oder anderweitig dem individuellen Glauben zurechenbare Themen geht (bspw. Esoterik, Horoskope, Homöopathie udgl.), ist dies Phrase häufig anzutreffen. Damit wird impliziert, dass die Person, über die gesprochen wird, schließlich zufrieden mit ihren Vorstellungen ist – und es wäre gemein, diese Vorstellungen direkt zu kritisieren. [Mehr]

Rezension: Andreas Kilian „Die Logik der Nicht-Logik“

Thema: GBS (at), Religion, Wissenschaft | Tags: ,

kilian-logikNur wenige Bücher zu den biologischen und kulturellen Grundlagen von Religionen kommen dem vorliegenden an inhaltlicher Fülle, Aussagekraft, argumentativer Schärfe und Tiefe sowie stringenter Logik und Klarheit gleich.
Von Gerfried Pongratz

Bis heute haben es weder Theologie noch Religionswissenschaft vermocht, eine allgemein anerkannte Definition für den Begriff Religion zu finden, auch werden Bezeichnungen wie Religion, Religiosität, Glaube, Wissen, Spiritualität etc. von Religionsvertretern, wie auch von manchen Wissenschaftlern und einer breiten Öffentlichkeit, häufig synonym verwendet.

Um hier Klarheit – als unbedingte Voraussetzung wissenschaftlichen Denkens – zu schaffen, unternimmt der Autor den – sehr gut gelungenen – Versuch, das Phänomen Religion naturwissenschaftlich-biologisch zu definieren. Dies ergibt sich nicht zuletzt auch aus der Frage, ob die menschliche Fähigkeit zu religiösem Glauben, zur „Suche nach Gott“, eine biologische Adaption an die Umwelt, oder ein kulturell entwickeltes Mem, das sich dem Verstand angepasst, sich dort vermehrt und durch Kommunikation verbreitet, darstellt.

„Nichts in der Biologie macht Sinn, außer man betrachtet es im Lichte der Evolution!“

Dieses Zitat könnte als Motto dieses Buches dienen, Religion und die damit verwandten Begriffe werden unter evolutionären Gesichtspunkten und mit wissenschaftlichen Methoden – unter Einbeziehung einer nahezu überwältigenden Fülle von Literaturzitaten – analysiert und bewertet. Dabei werden – neben vielen anderen biologischen „Basics“ – die Grundlagen unserer kognitiven Fähigkeiten und unseres Denkens aufgezeigt und die diesbezüglichen Adaptionen (seit dem Pleistozän vor ungefähr 2 Mill. Jahren) dargestellt.

[Mehr]

Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Schamanen oder Homöopathen

Thema: Esoterik, GBS (at), Medizin | Tags: ,
Paris_Tuileries_Garden_Facepalm_statue.jpg.scaled500

Sinnbildliche Darstellung des Autors während der Recherchen zu diesem Beitrag

Esoterik, Homöopathie, Astrologie und Co: Der katholischen Kirche in Österreich gehen langsam, aber ziemlich sicher die Gläubigen aus. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass metaphysische, irrationale Vorstellungen, gesellschaftlich betrachtet, von der Bildfläche verschwinden. Von Markus Arch

Vermutlich werden zwischen 2030 und 2040 nur noch die Hälfte aller ÖsterreicherInnen der röm.-kath. Kirche angehören, im Moment sind es rund 63%. Damit scheint sich der Trend fortzusetzen: 1991 waren es 78,5%. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Österreichs größte und einflussreichste Glaubensgemeinschaft also auch in Zukunft an Boden verlieren wird, bedeutet aber nicht, dass metaphysische sowie irrationales Gedankengut aus den Köpfen der Leute verschwindet. Ganz im Gegenteil.

“Heilende Informationen” in Wasser

In der Alpenrepublik hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass nicht alles, wo Medizin draufsteht, auch Medizin ist. Ich spreche hier von Homöopathie, deren Wirksamkeit zwar angepriesen wird wie der Heiland in der Kirche, deren Wirksamkeit aber entweder widerlegt ist oder nie bewiesen werden konnte. Im Moment lukriert diese “komplementärmedizinische Heilmethode” weltweit etwa zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr, die Hälfte davon entfällt auf den europäischen Markt. [Mehr]

Eine alte und neue Volkskrankheit

Thema: GBS (at), Religion |

religioese_gefuehle_tillyMan kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit der Zunahme religionskritischer Stimmen und/oder Karikaturen eine neue Krankheit um sich greift. Die Symptome sind: Leichte Reizbarkeit, überzogene Forderungen und Ansprüche sowie das reflexartige Einnehmen der Opfer-Rolle. Ich spreche von einem Trend, der bereits längst in Mitteleuropa angekommen ist: Das Beleidigtsein-Syndrom, auch bekannt als reflexive Respekt-Forderungs-Manie. Von Markus Arch

Respect

(Bildquelle)

Ein gutes Beispiel hierfür ist ein aktueller Kommentar von Johannes Graf beim katholischen Nachrichtendienst. In diesem bezieht er sich auf eine Karikatur des Standards, in dem Josef, der Ziehvater Jesu, bei dessen Geburt auf ein I-Phone beharrt:

“Die Karikatur ist jedenfalls eine Verhöhnung der Heiligen Familie, des  Weihnachtsfestes und der Heiligen Drei Könige, die viele Christen  schmerzt. Dem Karikaturisten des ‘Standard’ ist eine Beziehung zwischen  einem gläubigen Christen und Gott wahrscheinlich völlig fremd. Er kann  die Liebe, die Achtung, die Ehrfurcht vor Gott, der ein personales  Gegenüber ist, wohl nicht nachvollziehen. Sonst würde er eine solche  Zeichnung, die gläubige Christen zumindest kränkt, hoffentlich nicht  veröffentlichen.”

Leider konnte ich die Karikatur im Internet nicht ausfindig machen (Wer sie kennt oder findet, soll bitte einen Kommentar hinterlassen). Jedenfalls kritisiert Graf die rassistische Darstellung des Dunkelhäutigen unter den Heiligen Drei Königen – ein Punkt, über den sich sicher diskutieren lässt. Zudem aber beharrt er darauf, dass ohnehin nichts Antichristliches veröffentlicht werden dürfe, da dies ja die Gefühle der Gläubigen verletzen könnte. [Mehr]

Humanistische StudentInnen bilden gbs Hochschulgruppe in Wien

Thema: GBS (at) |

Pünktlich mit Semesterbeginn startet die neue Hochschulgruppe der Giordano Bruno Stiftung ihre Aktivitäten. Studierende aller Universitäten und Fachhochschulen aus Wien können Mitglied werden. Derzeit gibt es keinen Mitgliedsbeitrag. 

Mitglieder können frei für die Homepage Themenbezogene Artikel unter Beiträge schreiben und auf Veranstaltungen mit Humanistischen Hintergrund unter Termine hinweisen. Auch interessante Neuigkeiten können unter Aktuelles über die Homepage mitgeteilt werden.

Weitere Informationen auf der Website: http://www.gbs-wien.at

Terminverschiebung: Michael Schmidt-Salomon liest in Wien

Thema: GBS (at), Veranstaltung | Tags: , , ,

Der geplante Termin muss leider verschoben werden! Wir geben ehebaldigst den neuen bekannt.

[Mehr]