Die Krise des Islam und die Konflikte zwischen den Kulturen besser verstehen

Thema: Islam, Politik, Religion, Rezension |

Michael Blume: Islam in der Krise – Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug
Patmos Verlag, 2017, ISBN 978-3-8436-0956-2, 192 Seiten.

Bücher über den Islam haben Konjunktur, Amazon z.B. weist 34 Neuerscheinungen für die ersten zehn Monate des Jahres 2017 aus. Über die Qualität mancher dieser Werke kann man geteilter Meinung sein, die Qualität des vorliegenden Buches wird aber aller Voraussicht nach weitgehend unbestritten bleiben; es besticht durch ein breites, tiefgründiges, differenziertes Bild auf den Islam – beginnend bei geschichtlichen Ereignissen bis hin zu seinen heutigen Erscheinungsformen in den Mutterländern, wie auch im Westen. Der mit einer Muslimin verheiratete (evangelisch-christliche) Religions- und Politikwissenschaftler Michael Blume kritisiert sehr offen – ohne diffamierende Untertöne – die Fehlentwicklungen im Islam und analysiert, bzw. beschreibt die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten: „Nein, der Islam ist noch nicht tot, doch er gleicht einem Schwerkranken, der vor Verzweiflung und Schmerz um sich schlägt. Und erst, wenn wir – Nichtmuslime und Muslime gleichermaßen – dies realistisch wahrnehmen und verstehen, besteht die Chance auf eine bessere, gemeinsame Zukunft“ (Buchumschlag).

Der Islam befindet sich aus vielerlei Ursachen in einer weltweit tiefen Krise. Beginnend beim Verbot des Buchdrucks 1485 im Osmanischen Reich durch Sultan Bayezid II, dessen Nachwirkungen bis heute zu spüren sind, reicht die Palette zahlreicher Fehlentwicklungen bis zum starren Festhalten an wortwörtlichen Auslegungen der „heiligen“ Schriften und zum – auch politisch begründeten – religiösen Fundamentalismus der meisten Ölstaaten und zahlreicher Islam-Gelehrter. Sie verbieten Religionsfreiheit und unterdrücken Gedankenfreiheit, was bei manchen Muslimen zu Radikalisierung und Gewalt führt und andere, vor allem höher gebildete, veranlasst, sich innerlich (Glaubensabtrünnige sind Ausgrenzungen und großen Gefahren ausgesetzt) vom Islam zu verabschieden. [Mehr]

Wahlprüfsteine: Fragen der Giordano Bruno Stiftung an die Kandidaten zur Nationalratswahl 2017

Thema: Ethikunterricht, GBS (at), Kinderrechte, Kirchenprivilegien, Konfessionsfreie, Laizität, Moral / Ethik, Politik, Religion |

Wir haben an alle wahlwerbende Parteien und deren Spitzenkandidaten folgende Fragen geschickt und erhoffen uns entsprechende Antworten, welche wir hier auch veröffentlichen werden:

Die Giordano Bruno Stiftung setzt sich für die Interessen des konfessionsfreien Teils der Bevölkerung ein. Sie arbeitet als Denkfabrik mit vielen Partnerorganistaionen im deutschsprachigen Raum und betreibt den Humanistischen Pressedienst (www.hpd.de). Die Giordano Bruno Stiftung fordert die volle Gleichbehandlung der Konfessionsfreien und ihrer Gemeinschaften mit Religionsgemeinschaften. Sie legt dabei Wert auf die weltanschauliche Neutralität des Staates.

Die Politik stand in der Vergangenheit den Anliegen der Konfessionsfreien oft gleichgültig oder konzeptlos gegenüber, obwohl es sich schon seit Jahren um die am schnellsten wachsende Gruppe in der weltanschaulich pluralen Gesellschaft der Gegenwart handelt. Im Folgenden werden einige weltanschauungspolitisch relevante Themenfelder angesprochen.

Der jeweilige programmatische Zugang Ihrer Partei zu diesen Themen kann zur Wahlentscheidung interessierter Bürgerinnen und Bürger beitragen. Wir bedanken uns für eine sorgfältige Beantwortung unserer Fragen und werden die gesammelten Antworten an unsere Partnerorganisationen weiterleiten und über den Humanistischen Pressedienst veröffentlichen. (www.hpd.de, www.gbs-austria.org)

1. Weltanschauliche Neutralität des Staates

Der Staat ist die Heimat aller Bürger und hat gleichen Abstand zu allen weltanschaulichen Bekenntnissen zu wahren. Wie stehen Sie zu expliziten Gottesbezügen in Verfassungen und Schulgesetzen? Wie stehen Sie zu religiösen Symbolen in Gerichtssälen, Amtsstuben und Schulräumen?

2. Rechtlicher Status weltanschaulicher Organisationen

Der Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) setzt die Gewähr der Dauer voraus und bietet weitreichende Binnenautonomie im Rahmen eines historisch gewachsenen Privilegienbündels. Halten Sie den K.d.ö.R.-Status für Kirchen und Religionsgemeinschaften in der weltanschaulich pluralen, individualisierten Gesellschaft für zukunftsfähig? Welche Schritte zu einer weitergehenden Trennung von Staat und Kirche, von öffentlicher und religiöser Sphäre streben Sie an? Wie stehen Sie zu Konkordaten und zu Staatsverträgen mit religiösen, aber auch mit nichtreligiösen Gemeinschaften?

3. Weltanschauliche Trägervielfalt

Kinderbetreuungs- und Sozialeinrichtungen, Senioren- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser werden im Sinne des Subsidiaritätsprinzips oft in freier Trägerschaft betrieben. Viele dieser Einrichtungen sind kirchlich geprägt, werden aber weit überwiegend öffentlich finanziert. Sehen Sie die Notwendigkeit, in allen Teilen Österreichs nichtreligiöse Trägerschaften sicherzustellen bzw. zu fördern, die dem konfessionsfreien Anteil der Bevölkerung entsprechen? Wie begegnen Sie dem Wunsch nach einem ausreichenden Angebot an weltanschaulich neutraler Früherziehung und Betreuung? Wie stehen Sie zu Religionserziehung in öffentlichen Kindergärten?

4. Wertebildende Schulfächer

Die weltanschaulichen Wertefächer sind unterschiedlich und durch Schulexperimente sehr komplex geregelt. Die meisten Regelungen schreibt Religionsunterricht an öffentlichen Schulen als ordentliches Lehrfach fest. Wie begegnen Sie dem Wunsch nach einem integrativen Werte- oder Ethikunterricht, der die Schülerschaft nicht nach Konfessionen trennt? Wie sehen Sie die Aussichten für eine Umwandlung des konfessionellen Religionsunterrichts in einen übergreifenden Religionskundeunterricht? Wie stehen Sie zu weltanschaulichen Schulfächern in säkularer Trägerschaft, etwa Humanistische Lebenskunde oder Freireligiösen Unterricht? Sollte der Staat im Rahmen des Bildungssystems nicht viel mehr unseren Kindern bis zu Religionsmündigkeit Werkzeuge in die Hand geben um ihnen fundierte Entscheidungsgrundlage zum eigenem Weltbild zu ermöglichen sowie durch das Wissen Verständnis für Andere zu fördern anstatt ideologische Isolation zu unterstützen?

5. Öffentliche Trauer- und Gedenkkultur

Die Kirchen sind bewährte Partner eines kulturspezifischen Ritenangebots. Die Gesellschaft ist jedoch religiös plural und zu einem wachsenden Anteil nichtreligiös geworden. Setzen Sie sich dafür ein, dass öffentliche Trauer- und Gedenkveranstaltungen entweder weltanschauungsübergreifend (z.B. durch mehrere gleichberechtige Sprecher bzw. Gestaltungselemente) oder aber strikt weltanschauungsneutral durchgeführt werden?

6. Pluralitätssensible Medienpolitik

Bei den Sendeinhalten sind kirchennahe Positionen und in den Medienräten sind kirchliche Vertreter immer noch weit stärker repräsentiert, als es der schleichenden Auflösung ihres früheren Wertemonopols entspricht. Was werden Sie unternehmen, um die Repräsentanz säkularer Positionen und säkularer Kräfte in den öffentlichen Medien zu stärken?

7. Strafrechtliche Regelungen

Trotz eines weitreichenden gesellschaftlichen Grundkonsenses über die Regeln des Zusammenlebens in der pluralen Gesellschaft sind einige Strafrechtsnormen älteren wie neueren Datums noch von weltanschaulichen Vorurteilen bzw. Vorverurteilungen geprägt. Werden Sie sich dafür einsetzen, den §188 StGB abzuschaffen, weil sein Schutzzweck durch andere bestehende Normen hinreichend erreicht wird? Werden Sie auf eine Abschaffung/Abänderung des §77 StGB hinarbeiten, der die höchst private Autonomie am Lebensende ungebührlich einschränkt und  Freitodbegleitung kriminalisiert?

8. Evidenzbasierte Entscheidungen

Verschiedene historisch gewachsene Positionen und Ideologien dominieren politische Entscheidungen. Wären Sie bereit Ihre Entscheidungen auf Anfrage mit evidenzbasierten Fakten und überprüfbaren zu erwartenden Auswirkungen zu begründen/erklären?

Lesebrief der Giordano Bruno Stiftung zum Standard-Artikel

Thema: Uncategorized |

Sehr geehrte Frau Ostermann, sehr geehrte Redaktion!

In Ihrem Artikel im Standard vom 5.9.2017

http://derstandard.at/2000063395350/Ausklammern-von-Religion-aus-Kindergarten-ist-fatal

beziehen Sie für Ihr Medium ungewöhnliche und wenig aufgeklärte Position, die von unserer Organisation nicht unwidersprochen bleiben darf.

Ohne auf die Diskussion über die Unabhängigkeit der Ethik von den Religionen eingehen zu wollen müssen wir uns mit den Zielen der Elementarpädagogik auseinandersetzen. Kindergarten-Kinder sind sicher nicht in der Lage rational und vergleichend über verschiedene Weltanschauungen zu urteilen, also gleicht die religiöse Erklärung einer Tradition der Indoktrination. Auch Sie selbst bestätigen in Ihrem Artikel diese Ansicht, den Sie schreiben (richtig) über Kinder: “…und alles, was sie für sich erleben und begreifen, sei sofort die Wahrheit.” Nur ist die religiöse Sicht eben nicht die Wahrheit, sondern nur eine einseitige, irrationale und schließlich auch grausame Sicht auf die Welt.

Dies nützt auch die erwähnte St.-Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien, welche unter Anderen bereits eine Missionierungsanleitung für Kindergartenpädagogen unter dem Namen “Religionspädagogischer BidungsRahmenPlan” als Ergänzung zum staatlichen elementar-pädagogischen BildungsRahmenPlan für den Einsatz in den konfessionellen Kindergärten herausgebracht hat. Darüber hinaus bemüht sich die St.-Nikolaus-Stiftung dieses Dokument auch in den öffentlichen Bildungseinrichtungen zum Einsatz zu bringen, was bereits (zumindest in Burgenland) leider gelang. Sie hingegen stellen die St.-Nikolaus-Stiftung wie eine neutrale Organisation dar und verschweigen deren Zugehörigkeit zur Erzdiözese Wien.

Es steht den Eltern frei ihre Kinder im Sinne der eigenen Weltanschauung zu erziehen und sie auch in konfessionelle Bildungseinrichtungen zu schicken, der Staat ist jedoch verpflichtet Äquidistanz zu wahren. Es ist jedoch völlig unmöglich sich dabei auf die Hilfe einer Organisation wie St.-Nikolaus_Stiftung zu verlassen, welche selbstverständlich großes Interesse an religiöser Prägung der Kinder hat und ihrer Missionierungs-Pflicht nachkommen muss.

Ja, “Das Ausklammern von Religion aus dem Kindergarten” wäre fatal, jedoch nur für den Fortbestand der Privilegien der Kirchen. Bitte unterstützen Sie künftig nicht die Bemühungen rückwärts gewandter Organisationen das Denken unserer Kinder zu beeinflussen.

Luther: Wegbereiter für Gewalt

Thema: Religion, Rezension |

Robert Kaufmann:
Rezension des Buches “Schluss mit Luther: Von den Irrwegen eines Radikalen” von Peter Henkel. Tectum Verlag, ISBN-13: 978-3828839588, Taschenbuch, 198 Seiten.

Peter Henkel ist Journalist und Buchautor. Er hat sich in diesem Buch eingehend mit Martin Luther kritisch auseinandergesetzt, hat hierzu Expertenliteratur gelesen, aber vor allem auch Luther selbst zu Wort kommen lassen, dies insoweit, als er aus Schriften des religiösen Reformators zitiert und auch aus Reden, die häufig von der anwesenden Zuhörerschaft mitgeschrieben wurden.

Hieraus gelangt der Autor auf sehr gut nachvollziehbare Weise zu folgendem Ergebnis Luther betreffend: Das allgemeine Bild von Luther ist allzu sehr beschönigt, so wie dies bei anderen wahnhaft-religiösen bedeutsamen Personen wie Jesus, Paulus, Thomas von Aquin oder Mohammed (vgl. etwa zu Jesus das lesenswerte Buch von Kubitza „Der Jesuswahn“) der Fall ist. Henkel kommt daher zu einem wohl realitätsnäheren Lutherbild als dies gerade bei den 500-Jahres-Feierlichkeiten in Erinnerung an den Reformator im Jahr 2017 der Fall sein dürfte. [Mehr]

Petra Ramsauer: „Siegen heißt, den Tag überleben – Nahaufnahmen aus Syrien“

Thema: Politik, Rezension |

© 2017, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, ISBN 978-3-218-01060-3, 207 Seiten

„Wer während des Krieges nach Syrien fährt, kommt verändert zurück….. Die Ereignisse dort führen vor Augen, zu welch bestialischen Gräueltaten Menschen fähig sind. Aber sie zeigen auch, wie viel Widerstandsfähigkeit und Durchhaltevermögen in Menschen stecken kann“ (S. 10).

Die mit dem Concordia-Preis für Menschenrechte ausgezeichnete österreichische Politikwissenschaftlerin Petra Ramsauer ist seit 20 Jahren als profunde Kennerin der Region Krisen- und Kriegsberichterstatterin im Nahen Osten. Im vorliegenden Buch analysiert sie fachkundig, tiefgründig und mit viel Empathie die Entwicklungen der letzten Jahre in Syrien und beschreibt, wie ein schonungsloser Luftkrieg ein Volk und Land brutal zerstört, wie Hunger als Waffe eingesetzt wird, wie Terrornetzwerke entstanden sind und wie ein Volk zwischen den Fronten zerrieben wird. Es geht ihr dabei weniger um die Kampfhandlungen und den Frontverlauf als um die verheerenden Folgen des Krieges und der Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung. [Mehr]

Der “Nacktheit des Kaiser” begegnen!

Thema: GBS (at), Politik, Rezension |

© 2017, Siedler Verlag München, ISBN 978-3-8275-0075-5, 336 Seiten

Susan Neiman zeigt in ihrem jüngst erschienen Buch, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten. Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es braucht, werden die Lügen der “postfaktischen” Populisten Konsequenzen haben. Die Philosophin ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

“Die Welt wird sich ändern, wenn jene Politik, die Trump zum Präsidenten machte, zur Normalität erklärt wird” (S 69). Klare Worte auf wenigen Seiten zu den Wörtern des Jahres 2016 – „post-truth“ und postfaktisch – und ihren Protagonisten, wie auch zu deren Methoden, wie z.B. „gaslighting“ (permanente Verbreitung offensichtlicher Lügen, um Gegner zu verwirren) mit vorgetäuschter Authentizität, die bei wenig informierten Menschen Glaubwürdigkeit erzeugt, obwohl die behaupteten Tatsachen frei erfunden sind. Donald Trump, dem es nach Ansicht der Autorin völlig an Schamgefühl fehlt, wird anhand seiner Aussagen und Handlungen in der Vergangenheit, wie auch Gegenwart, als ignoranter, geldgieriger, verlogener Narzisst (S. 16) charakterisiert; einige seiner Mitstreiter, wie Steve Bannon, sowie unterstützende Medien, wie Breitbart News, werden durch zahlreiche Hintergrundinformationen bloßgestellt und die sich aus dieser Konstellation ergebenden politischen, wirtschaftlichen sowie allgemeinen Gefahren für Amerika und die ganze Welt aufgezeigt. [Mehr]

Hans Hopf: „Flüchtlings-Kinder gestern und heute“ Eine Psychoanalyse

Thema: Moral / Ethik, Rezension, Wissenschaft |

Rezension von Dr. Anneliese Pongratz

Mit diesem Buch solidarisiere ich mich mit allen Flüchtlingskindern dieser Welt. Ich werde immer einer von Euch bleiben“ (S. 15).
 Wer als Kind die Vertreibung aus der Heimat mit Not und Armut am eigenen Leib erfahren sowie traumatisierte Eltern, Trennungsschmerz und den Neubeginn in fremder, zum Teil feindseliger Umgebung erlebt hat, begegnet Flüchtlingen mit einfühlsameren Augen. Das gilt in besonderem Maße für den 1942 geborenen, renommierten Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalytiker Hans Hopf, dessen persönliche Erlebnisse (Flucht und Vertreibung aus dem Sudetenland, jahrelanges Leben in Flüchtlingslagern), wie auch die Beschreibung psychischer Probleme – und ihrer möglichen Bewältigung – im Zusammenhang mit Flucht, Ausgrenzung, Fremdsein und Integration, den Hauptinhalt dieses Buches bilden.

Hans Hopfs persönliche Erfahrungen mischen sich mit den aktuellen Problemen und Erfordernissen der “Flüchtlingskrise” und erzeugen tiefe Betroffenheit in beide Richtungen. Sein Engagement für “Flüchtlinge” als Archetypen für Menschen in Not, verbindet sich mit seinem Erleben und seinem Fachwissen zu konkreten Hinweisen und Ratschlägen, die von allen Institutionen und Menschen – auf allen Hierarchieebenen -, die sich um Flüchtlinge und deren Bedürfnisse sowie um die Erfordernisse für deren erfolgreiche Integration kümmern, gewusst und beherzigt werden sollten. [Mehr]

Rezension „Die Grenzen der Toleranz“

Thema: Moral / Ethik, Religion, Rezension, Wissenschaft |

Michael Schmidt-Salomon:
DIE GREN
ZEN DER TOLERANZ: Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen.
Piper Taschenbuch 2016,
224 Seiten, € 10.-,
ISBN-10: 3492310311.

„Verhindere, was nicht zu tolerieren ist; schwäche, was nur zu tolerieren ist und stärke, was zu akzeptieren ist!“ Michael Schmidt-Salomon beschreibt – wie immer tiefgründig, knapp und klar -, worauf es im Zeitalter des „Empörialismus“, des „Sich-Verschließens“, des Neokonservativismus und Neonationalismus ankommt: Auf das Verstehen des Begriffes Toleranz in seinen verschiedenen Aspekten und auf den daraus abzuleitenden Umgang mit Konflikten in sozialen Systemen sowie auch auf die Verteidigung einer – nicht zuletzt auf Toleranz und Akzeptanz beruhenden – offenen Gesellschaft durch Rationalität hin zu Freiheit, Gleichheit, Individualität und Säkularität! [Mehr]

Samuel Schirmbeck: „Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen – Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen“

Thema: Religion, Rezension |

„Europa ist ratlos, weil selbst die politischen Spitzen sich weigern, einen Blick auf die Probleme zu werfen, die der Islam mit sich selbst und dem Rest der Welt hat“. Diese Aussage kennzeichnet den Grundtenor des Buches, dessen Autor sich der Aufgabe stellt, einerseits die vom gegenwärtigen Islam ausgehenden Gefahren deutlich aufzuzeigen und andererseits die seiner Meinung nach diesbezüglich vorhandene Blauäugigkeit und Ignoranz mancher Institutionen und zahlreicher „linker“ Politiker in den westlichen Demokratien anzuprangern. „Islamkritik bedeutet mitnichten, Muslime anzugreifen, sondern Schutz vor seinen menschenverachtenden Auswüchsen, die sich gegen Frauen, Homosexuelle, gegen eigenständig Denkende und sogenannte Ungläubige richten – also auch gegen Millionen von Musliminnen und Muslimen“.

Samuel Schirmbeck, ein studierter Soziologe und Philosoph, der sich selbst als liberaler Linker bezeichnet, ist ein ausgewiesener Islam-Kenner; er baute 1991 das ARD-Fernsehstudio in Algerien auf und berichtete viele Jahre über den algerischen Bürgerkrieg und die Entwicklungen in Marokko und Tunesien. Im vorliegenden Buch beschreibt er – scharfzüngig, pointiert – seine Erfahrungen mit dem Islam und Islamismus, mit intoleranten, fundamentalistischen, aber auch mit liberalen und aufgeklärten Muslimen, wobei von letzteren viele zu seinen guten Freunden zählen. [Mehr]

„Im Lichte der Evolution – Darwin in Wissenschaft und Philosophie“

Thema: Rezension, Wissenschaft |

Ein Opus Magnum des renommierten Wissenschaftlers – und GBS-Beirates – Prof. Gerhard Vollmer; 613 Seiten geballtes Wissen mit tiefgreifenden Erkenntnissen und einer Vielzahl weiterführender Gedanken zu einer der wichtigsten Entdeckungen des Homo sapiens, der Evolutionstheorie!

„Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Lichte der Evolution“ konstatiert 1973 der Biologe Theodosius Dobzhansky. Mittlerweile ahnen wir, dass diese Feststellung nicht nur für die Biologie gilt, sondern für nahezu alle Bereiche der Natur- und Geistesgeschichte, der materiellen und der immateriellen Welt, ja sogar für den gesamten Kosmos. [Mehr]