Warum wir glauben!

Thema: Esoterik, Religion, Wissenschaft |

Über die evolutionären Wurzeln religiöser (und esoterischer) Gläubigkeit

Ob Religion oder Esoterik, die meisten Menschen hängen einem Glauben an, selbst Atheisten sind nicht selten von der Kraft der Homöopathie, der Macht der Astrologie oder von alternativen Heilmethoden in Form diverser „Wunderkuren“ überzeugt. Kann es sein, dass wir Menschen, wie manche Evolutionsbiologen und Erkenntnistheoretiker meinen, zum Glauben programmiert (verdammt) sind?
Woher rührt das Bedürfnis nach einem religiösen Weltbild, warum ist es so tief in der menschlichen Psyche verankert? Nach den Kriterien der evolutionären Selektion haben sich nur Eigenschaften durchgesetzt, die von Nutzen sind – was nützt Homo sapiens der Glaube an das Unbeweisbare, das oftmals völlig Absurde und warum hat die Evolution ein so kostspieliges Phänomen wie Religion überhaupt hervorgebracht und am Leben erhalten? Rätsel, die die Wissenschaft im Zusammenhang mit Glauben seit langem beschäftigen; dazu auch die Frage, ob Religiosität und bestimmte Formen von Esoterik genetisch bedingt sind, oder auf religiösen Memen (Ideen), die sich erfolgreich vermehrt haben, beruhen.
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Antisemitismus in der Jesuitenzeitschrift “La Civiltà Cattolica”

Thema: Religion |

 Von Dr. Anneliese Pongratz

Seit 165 Jahren erscheint alle zwei Wochen – weltweit verbreitet und in viele Sprachen übersetzt – die 1850 von Jesuiten in Neapel gegründete Zeitschrift „La Civiltà Cattolica“ (CC), deren Hauptaufgabe darin besteht, die Ansichten der katholischen Kirche zu zeitgenössischen Themen zu verbreiten.
Das Autorenkollegium steht dabei in enger Verbindung zum Papst, bzw. dem Apostolischen Stuhl, bis Mitte des 20. Jahrhunderts musste der Inhalt der Zeitschrift vom jeweiligen Direktor dem Papst und dem Kardinalstaatssekretär persönlich vorgelegt werden.
Seit ihrer Gründung beschäftigte sich die CC immer wieder auch mit dem Thema Judentum, in der Zeitschrift meist als „Judenfrage“ bezeichnet, wobei sich der Ton antijüdischer Kampagnen und Artikel ab 1880 bis zum 2. Weltkrieg laufend verschärfte; erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 kam es diesbezüglich zu einem Kurswechsel (11, S.13). [Mehr]

Der Religions-Reflex

Thema: Religion |

religulousBundespräsident Heinz Fischer traf sich mit diversen Religionsvertretern, um vor dem Hintergrund der Anschläge auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo über gemeinsame Werte zu diskutieren. Laut einem Posting auf der Homepage Fischers gibt es „kein Anliegen der Welt, schon gar kein religiöses Anliegen, dem man mit Mord und Totschlag dienen oder nützen kann!“1 In einem Statement, welches mitunter auch sehr durchdacht gestaltet ist, findet sich zudem der Satz: „Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses.“ [Mehr]

Das Recht auf einen selbstbestimmten, würdevollen Tod

Thema: Medizin, Moral / Ethik, Rezension |

letzte_hilfe_cover_arnoldDas Thema “Sterben in Selbstbestimmung und Würde” beschäftigt sehr viele Menschen. In Deutschland soll bislang erlaubte Suizidbegleitung auf Wunsch des Gesundheitsministers und einiger Abgeordneter verboten werden, in Österreich wollen diverse Parlamentarier das derzeit noch bestehende Verbot sogar in Verfassungsrang heben. In beiden Ländern regt sich entschiedener Widerspruch, in Österreich auch verbunden mit dem Wunsch nach Liberalisierung ähnlich der derzeit in Deutschland bestehenden Regelung (Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten unter http://letzte-hilfe.de/ für Deutschland und unter http://www.letztehilfe.at/ für Österreich).

Der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold, bekannt unter der meist abwertend gebrauchten Bezeichnung “Dr. Tod”, hat – unterstützt von Michael Schmidt-Salomon – zur Thematik Sterbehilfe/Suizidbegleitung ein sehr informatives, auch sehr persönliches und berührendes Buch vorgelegt, das ich hiermit wärmstens empfehle:

Uwe-Christian Arnold: „LETZTE HILFE – ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“ – Rowohlt Verlag, 10/2014.

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Religiöse und philosophische Aufrüstung für die beiden Weltkriege

Thema: Philosophie, Religion, Rezension |

grabner_haider_hitlerRezension /Anton Grabner-Haider: „Hitlers Theologie des Todes“

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ heißt es in Paul Celans „Todesfuge“, der renommierte Philosoph, Kulturwissenschaftler, Theologe, Autor und Universitätsprofessor Anton Grabner-Haider widmet das vorliegende Buch der Frage, wie es dazu kommen konnte:

Wie wurde das Entsetzliche möglich? Wo liegen die mythischen Wurzeln und Denklinien christlicher Theologie, wo die Aussagen irrationaler Philosophie, die das bis dahin Unvorstellbare begünstigten und in weiterer Folge Realität werden ließen? Wie konnte die überwiegende Mehrheit der NS-Gefolgsleute dazu gebracht werden, einer unendlich grausamen und menschenverachtenden Ideologie und deren Führern bedingungslos – bis zur eigenen Aufopferung – zu folgen?

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Atheismus oder Kulturchristentum?

Thema: Uncategorized |

ath_kulturchristenAnton Grabner-Haider/Franz M. Wuketits: Atheismus oder Kulturchristentum?

Ein hochinteressantes Projekt: Ein Biologe/Wissenschaftstheoretiker und ein Religions-/Kulturwissenschaftler, beide als Universitätslehrer und Buchautoren sehr renommiert, beschreiben atheistisches und kulturchristliches Denken; sich daraus ergebende Grundfragen (ist der Gegensatz zwischen beiden Weltanschauungen überbrückbar, sind Formen des Dialogs und einer ideellen Zusammenarbeit denkbar?) bilden – neben umfassender Wissensvermittlung – die zentralen Bestandteile des Buches.

Atheisten/Agnostiker/Skeptiker besitzen ein naturalistisches, säkulares, humanistisches Weltbild, theologische (und teleologische) Welterklärungen sind für sie obsolet, alle Vorgänge im Universum, das Leben selbst in seiner Fülle, gehorcht Naturgesetzen.

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Rezension: Schatten über Europa

Thema: Rezension |

Von Anton Grabner-Haider

SCHATTEN ÜBER EUROPA: Der Untergang der antiken Kultur. Rolf Bergmeier, Alibri Verlag, Aschaffenburg 2010. 

Der Autor ist Historiker und Spezialist für die spätantike Kultur Europas. Er geht der Frage nach, warum der Untergang der antiken Kultur so schnell voranschritt und welche Rolle dabei die Durchsetzung der christlichen Reichsreligion gespielt hat. Dabei kommt er zur Überzeugung, dass die zerstörenden Kräfte der christlichen Kleriker, Theologen und Mönche von den meisten Historikern weitgehend unterschätzt werden. Er sieht im Jahr 380 n.Chr. (annus horribilis) mit dem Edikt des Kaisers Theodosius I. (“Cunctos populos”) den eigentlichen Kulturbruch, bzw. den Anfang dieses Abbruchs. Denn ab diesem Zeitpunkt durften nur mehr Christen und Taufanwärter staatliche Ämter übernehmen, nun wurden systematisch mit militärischer Gewalt römische und griechische Tempel zerstört. Die Güter der Tempel gingen an die christlichen Gemeinden, manche Tempel wurden zu Kirchen umgebaut (Santa Maria sopra Minerva in Rom). Die Olympischen Spiele wurden 393 beendet, weil sie unter dem Schutz des Gottes Zeus standen, jetzt durfte nur mehr der Christengott im ganzen Reich öffentlich verehrt werden. Die Schulen der Philosophen und der Rhetoren kamen zum Erliegen oder wurden auf Druck der christlichen Theologen geschlossen, in den Städten nahm die Literalität der Bevölkerung rapide ab. [Mehr]

Rezension: Hoffnung Mensch

Thema: Rezension |

Von Anton Grabner-Haider

Michael Schmidt-Salomon: HOFFNUNG MENSCH. Eine bessere Welt ist möglich. Piper Verlag, München 2014.

Der Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung legt hier ein sehr optimistisches Buch vor, das in der besten Tradition der rationalen Aufklärung steht. Er hat als promovierter Pädagoge erstaunlich viel von der kritischen Philosophie gelernt und will diese Einsichten einem breiten Publikum zugänglich machen. Denn er ist davon überzeugt, dass die Absurditäten des Lebens (A. Camus) auch ganz ohne zynischen Pessimismus und auf kreative Weise zu bestehen sind. Daher skizziert er die Geschichte des europäischen Humanismus seit Cicero (er hätte mit den frühen Sophisten beginnen müssen), über die rationale Aufklärung zum sozialistischen, zum bürgerlichen und zum Evolutionären Humanismus (Julian Huxley). Er nimmt dabei deutlich Bezug auf das starke “Prinzip Hoffnung” (E. Bloch) und Kooperation (P. Kropotkin).

In der Frage der naturalistischen Weltdeutung pendelt der Autor zwischen einem starken und einem schwachen Naturalismus (J. Habermas), er lässt aber deutliche Präferenzen für die zweite Position erkennen (Bewusstsein und Kultur als Emergenz und Eigendynamik des menschlichen Geistes). Kurz blickt er auch auf Ansätze des chinesischen Humanismus (Mo ti), er hätte dabei aber auch die starke konfuzianische Schule um Meng zi erwähnen müssen. Im politischen Ringen um die europäische Aufklärung streicht er vor allem das Engagement von Th. Paine heraus. Danach skizziert er das lange Ringen um die Durchsetzung der gleichen Frauenrechte in Europa. [Mehr]

Volksbegehren Kirchenprivilegien gescheitert

Thema: Kirchenprivilegien |

volksbegehren-facebookWIEN. (hpdDas Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien ist gescheitert. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte es 56.660 Unterschriften, wie das Innenministerium in der Nacht mitteilte. Um erfolgreich zu sein, hätte es 100.000 gebraucht. An dieser Hürde scheiterte auch das parallel laufende Volksbegehren „Demokratie jetzt“.

„Wir waren am Anfang eine Gruppe von vielleicht zehn Leuten und so gut wie keinem Budget. Am Ende haben wir 56.660 Menschen in diesem Land angesprochen. Das ist doch etwas. Und unsere Anliegen, nämlich dass Staat und Kirche getrennt gehören, werden jetzt breit diskutiert.“. Andreas Rathmanner vom Organisationsbüro bringt die Stimmung in seiner Ansprache bei der „Wahlparty“ des Volksbegehrens Montagnacht vermutlich am besten auf den Punkt. Viele Unterstützer haben sich mehr erhofft. Mehr erwartet hat fast niemand

„Ich habe damit gerechnet, dass es sich nur schwer ausgehen wird“, sagt Minitiator Niko Alm an diesem Abend in seinen zahlreichen Medieninterviews. „56.600 Menschen haben dieses direktdemokratische Element genutzt. Das ist eine ganze Menge.“ Das Volksbegehren trat für ein Verfassungsgesetz für eine klare Trennung von Staat und Kirche und für eine staatliche Aufklärung des kirchlichen Missbrauchsskandals ein.

Wirkliche Enttäuschung klingt anders

Wirkliche Enttäuschung klingt anders. Das könnte man als Zweckoptimismus oder Trotz abtun. Allein, auch bei fast allen Unterstützern bleibt auf der Wahlparty die große Traurigkeit aus. So viele Menschen habe man in Österreich noch nie gegen die Privilegien von Religionsgemeinschaften mobilisiert, heißt es von vielen. Und dass man die nötigen 100.000 Unterschriften klar verfehlt hat – das sei alles andere als eine Absage an die Ziele des Volksbegehrens. [Mehr]

Das katholische “Geheimpapier” zum Volksbegehren

Thema: Kirchenprivilegien | Tags:

[alm]Ein Volksbegehren, das so viele gravierende rechtliche Fehler enthält, ist bis heute noch nicht vorgelegt worden.” wird in einem Papier behauptet, das von der katholischen Kirche in ihren Teil- und Vorfeldorganisationen zur Argumentation zirkuliert wird.

Politisch zu arbeiten bedeutet natürlich auch mit gegnerischen Standpunkten konfrontiert zu werden. Das Volksbegehren gegen Kirchen-Privilegien adressiert ein Demokratie-Defizit und sieht konsequenterweise den Staat als Gegenüber. Die Religionsgemeinschaften sehen wir nicht als Gegner, aber es ist verständlich, dass sie sich angegriffen fühlen und gegen das Volksbegehren mobil machen.

Im Zuge des öffentlichen Diskurses bin ich immer wieder im persönlichen Gespräch, aber auch bei Interviews mit erstaunlich gleichgeschalteten Argumenten konfrontiert. Auch Journalisten, die sich nur bei den Experten und Expertinnen der katholischen Kirche informieren, argumentieren sehr ähnlich wie die Kirche selbst.

Woher kommt das?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Walter Hagel, Christine Mann und Raoul Kneucker haben ein Papier verfasst, dass Menschen aus CV, MKV, Bauernbund, ÖVP, usw. aber natürlich auch Journalisten, denen nicht viel an ausgewogener Recherche liegt als Grundlage für Diskussionen dient. “Das Dokument ist jedoch nicht dafür gedacht, medial weiter verbreitet zu werden.” heißt es im Aussand.
Es ist sicher keine Überraschung. dass die katholischen Gegenargumente sehr oft einer sachlichen Prüfung nicht standhalten. Der Grundsatz “Glaube vor Evidenz” zieht sich durch die religiöse Rechtfertigung eben durch. Natürlich wird der Versuch unternommen unsere Glaubwürdigkeit zu untergraben in dem Mängel, Fehler und Behauptungen unterstellt werden.

Wir haben das Papier aufmerksam gelesen und kommentiert.

Download: Katholische “Argumente”